Erfahrungsberichte 2018-05-14T23:31:49+00:00

Erfahrungsberichte

Beruflich voll durchstarten vs. wieder schwanger – und nun?

Ich bin Mama eines einjährigen Sohnes und frisch verheiratet. Mein Plan war, nach einem Jahr Elternzeit wieder voll arbeiten zu gehen, weil ich dies sehr gern wollte, aber aus finanziellen Gründen auch musste. Als meine Tage ausblieben, habe ich mir zunächst nicht viel dabei gedacht. Man sagt ja, es brauche ein Jahr, bis sich die Hormone wieder umgestellt haben, sodass ich dachte, dies sei nur wieder mein alter unregelmäßiger Zyklus. Nach einiger Zeit wurde ich dann aber doch unruhig und sprach mit meinem Mann, der mir einen Test mitbrachte. Ohne Zweifel – ich war tatsächlich wieder schwanger. Mein Mann fand die Idee, ein zweites Kind zu bekommen, super – für ihn würde sich ja auch nichts ändern. Doch für mich brach eine Welt zusammen:

A) wollte ich gar nicht unbedingt ein zweites Kind,

B) sind wir recht knapp bei Kasse, und ich sah schon eine Vielfalt an Problemen auf mich zurollen,

C) hatte ich mir jahrelang so vieles aufgebaut, um in meinem Traumjob durchstarten zu können, und das ging vor meinem inneren Auge alles den Bach runter,

D) lief es in meiner Beziehung auch nicht rund.

Kurzum: Alles Sch….

Ich weinte hysterisch, und mein Mann war mir dabei keine Hilfe – auch heute ist er das noch nicht. Er ist ein feiner Mensch, doch nehme ich ihn als ein wenig überfordert mit dem Leben wahr (vom Gefühl her verhält er sich also manchmal schon wie ein zweites Kind).

Sofort dachte ich an einen Abbruch der Schwangerschaft und befragte Google, sodass ich auf der Seite von abtreibung.de landete. Mit Silvia fand ich jemanden, dem ich mich anvertrauen und mein Leid klagen konnte. Sie versuchte, meine Gedanken vom Abbruch wegzulenken und mich auf Alternativen zu stoßen, was nicht unbemerkt blieb. Ich dachte: „ Ja ja, du kannst leicht reden!“

Zurück ins Berufsleben – und jetzt wieder schwanger – was tun?

Eine Woche nach dem Test hatte ich einen Termin beim Frauenarzt, zu dem mich mein Mann begleitete. Es war genau am 1. Geburtstag unseres Sohnes. Ich war so überhaupt nicht in Stimmung. Die Ärztin bestätigte die Schwangerschaft, und bei mir brachen alle Dämme. Ich hatte vorher erwähnt, dass ein Abbruch in Frage kommt und war dankbar, dass sie sehr liebevoll mit dem Thema umging. Sie gab mir eine Woche Bedenkzeit. 

Diese Woche brauchte ich auch! Nicht, weil die Entscheidung nicht schon längst gefallen war, sondern weil ich die Zeit brauchte, um mir selbst Mut für meine Entscheidung zu machen…

Denn in dem Moment, als ich den Herzschlag des Babys sah, konnte ich nicht mehr anders. Ich bin ein recht sachlicher Mensch, aber die Verantwortung dafür zu übernehmen, diesen sichtbaren Herzschlag beenden zu lassen, war außerhalb meiner emotionalen Möglichkeiten. Ich könnte jetzt schon wieder weinen, wenn ich daran denke. 

Gesagt, getan! Die Entscheidung für das Kind war getroffen. Doch wie würde es jetzt weitergehen? Dank Silvia hatte ich eine Idee, wo ich mir Hilfe suchen konnte und nahm entsprechende Beratungsgespräche in Anspruch. Das gab mir viel Sicherheit.

Jetzt bin ich in der 15. Woche und kann realistisch einschätzen, was auf mich zukommt. Ich werde es nehmen, wie es kommt. Wie heißt es so schön – man wächst mit seinen Aufgaben.

Ob ich die Beziehung zu meinem Mann aufrechterhalten kann, weiß ich noch nicht genau, aber ich weiß, dass ich es schaffen kann. Wie? Keine Ahnung – ich boxe mich einfach durch. Wird es holprig? Ich befürchte ja. Ist es das wert? Auf jeden Fall. Das Schicksal hält so einiges für uns parat, wir entscheiden nur, wie wir damit umgehen wollen. 

Claudia im Dezember 2017

Bilderbuchfamilie mit Traummann vs. Ungewollte Schwangerschaft

Lisa war nie der Typ, der mal unbedingt Kinder haben wollte. Zudem erhielt sie mit 18 die Auskunft von ihrem Arzt, dass es für sie schwierig sein würde, überhaupt mal ein Kind zu bekommen.

Doch nun wurde sie wider Erwarten schwanger. Ihre Beziehung bestand zu diesem Zeitpunkt erst wenige Monate, war aber schon von Misstrauen und sehr großen Zweifeln geprägt.

„Wenn sie mit ihrem Traummann zusammen wäre und alles drum herum stimmen würde, könnte sie sich ein Kind vorstellen. Aber so am Ende noch als alleinerziehende Mutter, undenkbar.“

Ihre Eltern würden zwar immer zu ihr stehen. Sie fühlt sich aber miserabel, so als wäre sie für alle und jeden eine riesige Last.

Sie wünscht sich insgeheim eine Fehlgeburt oder dass ihr Frauenarzt sagt, mit dem Kind stimmt was nicht, es muss weg. Ihre Verzweifelung ist so unfassbar groß.

Natürlich hat sie auch Angst davor, wenn sie später doch mal ein Kind bekommen möchte, dass es dann nicht mehr klappt.

Scheinbar sprach alles für eine Abtreibung – oder doch nicht?

Ich habe Lisa ermutigt. „Es ist doch wunderbar, Eltern zu haben, die immer für einen da sind. Das tun Eltern gern.“ Auch wenn die Vorstellung eine alleinerzeihende Mama zu sein, nicht ihr Wunsch war, kann es in so einer schwierigen Beziehung auch gut sein, vorerst mit dem Kind allein zu leben. Auf Grund ihrer Bedenken zu Folgen einer Abtreibung, erklärte ich ihr diese und verwies auf ihren Arzt, der es medizinisch nochmals ausführlich erklären kann, da sie Angst vor späterer Unfruchtbarkeit hatte. Zusätzlich bot ich ihr an, eine Beratung vor Ort für sie zu suchen.

Dann hörte ich länger nichts von ihr und befürchtete, dass sie zur Abtreibung gegangen ist.

Plötzlich wieder eine Mail von Lisa. Sie schrieb mir, dass sie sich für ihr Baby entschieden hat, obwohl der Vater des Kindes, von dem sie sich inzwischen getrennt hat, immer noch für eine Abtreibung ist. Jetzt spürte sie eine wahnsinnige Kraft in sich, die alles tat um ihr Baby zu verteidigen und zu beschützen. Sie hat ihm gesagt, dass sie den Weg allein gehen wird und keine Erwartungen an ihn hat.

Inzwischen freut sie sich sehr auf die Geburt ihres Babys.

Zwar stand fest, dass sie ihre Selbstständigkeit aufgeben muss, wodurch sie erstmal kein Einkommen haben würde. Aber der Gedanke macht ihr keine Angst mehr. Ihr Baby ist es ihr wert.

Mehr als 2 Jahre nach unserem Mailaustausch (2015) meldet sich Lisa wieder. Sie wollte einfach noch einmal danke sagen, dass ich ihre Worte las und so geholfen haben ihre Gedanken zu sortieren. Sie bereut es so sehr diese Gedanken an Abtreibung gehabt zu haben. Es macht sie unendlich traurig.

Ihr Sohn ist das Beste, was ihr in ihrem Leben passiert ist. Sie wird 3 Jahre zu Hause bleiben und jede Minute mit ihm auskosten.

Sogar der Vater ist inzwischen stolz auf seinen, kleinen Paul und kümmert sich gut.

Lisa sagt „Ich möchte meine Geschichte gern mit Frauen teilen und sie ermutigen. Mit der Kraft der Liebe kann man weit über sich hinaus wachsen.“

September 2017

Kopf gegen Herz… oder Vernunft gegen Gefühle?!

Ich hatte schon die Vermutung, dass der Test positiv war, und als ich dann den schwachen Strich gesehen habe, war meine erste Reaktion bereits Freude, aber auch Angst. Mein Freund war zunächst skeptisch: „Ach was, da sieht man ja fast nichts. Ich glaube das erst, wenn es ein Arzt bestätigt“. Obwohl ich den Drang hatte, darüber zu reden, schwieg mein Freund an diesem Tag das Thema tot. Ich hingegen malte mir schon aus, wie unser Kind wohl aussehen würde.


Als wir am Abend zu unseren Freunden fuhren, begannen wir im Auto dann doch, darüber zu reden. Er zählte alles auf, was gegen das Kind zu sprechen schien, obwohl ich eigentlich erwartet hatte, dass er sagt, wir würden es zusammen schaffen:

  • Er wolle nochmal studieren (mein Einkommen somit als einziges Einkommen).

  • Wir wohnen nicht zusammen, sondern beinahe eine Stunde auseinander und führen praktisch eine Fernbeziehung.

  • Aufgrund meiner Magen-Darm-Probleme und meiner Phobie wäre die Pflege eines Babys nach seiner Einschätzung für mich körperlich und psychisch nicht möglich.

  • Er möchte kein Kind, sich noch nicht einschränken.

Ich war total deprimiert und erwiderte: „Ja, dann kann man es ja auch „wegmachen“ lassen, wenn du es nicht willst, eine Option ist es ja“. Ich war einfach so enttäuscht, dass er sich gleich gegen die kleine Erbse stellte, die in mir wuchs. Meine Mutter, der ich davon erzählte, reagierte ebenfalls etwas geschockt, auch wenn sie versuchte, es sich nicht allzu sehr anmerken zu lassen. Ich sagte meiner Mutter, dass ich mit dem Gedanken spielte, einen Abbruch vornehmen zu lassen.

Nachdem ich am Wochenende mit starken Unterleibskrämpfen ins Krankenhaus kam, entstand folgender Eintrag in mein Tagebuch:
Freitag. 14.04.2017:
„Heute Nacht hatte ich solche Schmerzen wie noch nie und Angst, dass ich die Erbse verliere. Jetzt am Tag wünschte ich, dass ich nicht vor der Entscheidung stünde, ob ich das Baby behalte oder nicht. Alex* ist heute so mies drauf, dass er sich nur im Zimmer verkriecht (…). Meinen Urlaub hatte ich mir entspannter vorgestellt; jetzt sitze ich nur da und versuche mich zu entscheiden. Mit Kind ändert sich mein ganzes Leben: Ständig da sein für das Kind, der Körper verändert sich, kein Durch- oder Ausschlafen mehr, alles richtet sich nach dem Kind, keine freie Zeit mehr für mich selbst. Und so groß die Verantwortung und das ein Leben lang. Doch was kann der Embryo dafür, dass er ungeplant ist? Nichts! Eine Liebe zu einem Kind stelle ich mir toll vor. Wie alle das Baby mögen und sich freuen, wie es draußen spielt und die Welt entdeckt. Was, wenn ich es aber nicht hinbekomme wegen meiner Phobie? Was, wenn das Kind krank wird?! Was, wenn Alex mich verlässt oder ich ihn? Finde ich dann einen Mann, der mich auch mit Kind will?“

Zum Termin bei der Schwangerschaftsberatung begleitete mich mein Freund. Ich hatte immer das Gefühl, dass die Beraterin auf seiner Seite, also für einen Abbruch, war. Meine psychische und körperliche Verfassung sprächen für einen Abbruch, so seine Worte. Ich verstand nicht; ich war doch nicht todkrank und auch nicht verrückt. Klar ist eine Emetophobie (Angst vor dem Erbrechen) nicht gerade von Vorteil für eine Schwangerschaft oder ein Kind, aber zusammen könne man das doch schaffen. Ich konnte doch die kleine Erbse in mir nicht umbringen, die ich geschaffen hatte. Es waren nicht nur ein paar Zellen, sondern das „Zellhäufchen“ hatte bald Füße und Hände mit Zehen und Fingern, und das Herzchen würde schlagen.

Trotz meiner Gedanken für dieses kleine „Etwas“ in mir ließ ich mich von meinem Partner überreden, bei einem Arzt anzurufen, um einen Termin für die Abtreibung zu vereinbaren. Es gab Tage, da war ich mir sicher, es sei das Richtige, die Erbse nicht zu bekommen. Doch einen Tag vor dem Termin zur Abtreibung weinte ich schon nachts um das kleine Ungeborene in meinem Bauch und sprach mit ihm, dass es mir leidtue. Am Morgen rief ich in der Praxis an und sagte den Termin ab. Vorgeschoben hatte ich eine Erkältung, obwohl ich insgeheim wusste, dass eine Ausrede war.

Je weiter die Schwangerschaft fortschritt, desto mehr wusste ich, dass die Erbse in mir wie ein Mensch aussah – umso schlimmer der Gedanke, es umzubringen. Trotzdem dachte ich irgendwie, es sei das Richtige, weil so vieles dagegensprach, es zu behalten. Kopf gegen Herz… oder Vernunft gegen Gefühle?!

Auf Drängen meines Freundes ließ ich mir erneut einen Termin zur Abtreibung geben. Wieder und wieder sagte ich meinem flehenden Herzen, es sei das Richtige, es würde zu vieles gegen das Kind sprechen.

Noch ein Eintrag aus meinem Tagebuch ohne Datum:

Will ich das Kind nur nicht, weil er es nicht will, oder tatsächlich, weil ich es selbst nicht möchte? Am liebsten würde ich es doch wegmachen lassen. Dann wäre alles wieder so wie vorher. Aber das stimmt eigentlich nicht… Nichts wird wieder so wie vorher. Alles geht kaputt, egal, was ich tue. Ich hätte es mir sparen können, zu ihm zu fahren, weil er nicht mit mir geredet hat und betrunken war.  Ich versaue sein ganzes Leben, wenn ich es bekomme, sagt er. Er weiß so ja schon nicht, was er wirklich will…Ich kann etwas Lebendes, Wachsendes nicht einfach umbringen. (…) Würde ich mich freuen, wenn er nicht so dagegen wäre?“

Der zweite Termin für die Abtreibung war der spätestmögliche Zeitpunkt in dieser Praxis. Sonntags war ich alleine zu Hause. An diesem Abend entschied ich, die Erbse in mir zu bekommen und nicht zu dem Termin zu fahren. Ich sprach mit der Erbse in mir und sagte ihr, sie sei jetzt in Sicherheit, und ich würde alles tun, damit es ihr gut geht. Mein Partner rief mich betrunken an und sagte, ich würde ja auch Fleisch essen, und die Tiere würden genauso getötet, dann könnte ich das mit dem Baby ja wohl auch machen. Ich solle einfach hingehen und nicht daran denken, dass ich es umbringe. Er war so betrunken, dass er mich nur noch anschrie. Trotzdem blieb ich standhaft und habe mein kleines Erbsen-Mädchen behalten. Als ich den Abtreibungstermin absagte, fiel eine riesige Last von mir. Am gleichen Tag sah ich auf dem Ultraschallbild das erste Mal das Herzchen meiner Erbse schlagen.

Mein Ex-Partner konnte sich nie mit dem Gedanken eines Kindes anfreunden und hat sich irgendwann in der Schwangerschaft von mir getrennt. Ich bin nun eine alleinerziehende Mama mit einem wunderbaren Mädchen. Natürlich ist es nicht immer einfach, und ich komme gelegentlich an meine Grenzen, aber dieses kleine Mädchen und ich – wir sind Kämpferinnen. Ich würde sie nie wieder hergeben und bereue es nicht, sie behalten zu haben.

Miriam (24) im Januar 2018

*Anm.: Der Name von Miriams Ex-Partner wurde geändert.

Ein schneller Schritt mit ungeahnten Folgen

Mit 18 hatte ich einen Freund, der bei meinen Eltern nicht gern gesehen war. Nicht nur die Tatsache, dass er vorbestraft war, machte ihn bei ihnen unbeliebt. Ich hingegen nahm ihn so, wie er ist. Nach einigen Tagen der Beziehung kam es zum Geschlechtsverkehr. Da ich weder Pille, Implantat noch Spritze vertrug, benutzte er ein Kondom. Doch dieses platzte. Nach anfänglicher Wut auf ihn machte ich mir keine weiteren Gedanken und wartete auf meine Regelblutung.

Als ich zwei Tage über dem Termin war und mir jeden Morgen schlecht wurde, vertraute ich mich meiner Schulkameradin an. Locker und leicht beschloss ich auf ihren Rat hin, in die gegenüberliegende Apotheke zu gehen, um mir den billigsten Schwangerschaftstest zu kaufen. Ich ging auf die Toilette und machte den Test. Nachdem ich herauskam, setzte ich mich an den Tisch. Nach Minuten des Wartens traute ich meinen Augen nicht. Keine Ahnung, wer in diesem Moment schlimmer schaute, sie oder ich? SCHWANGER!

Jetzt wollte ich nur noch mit meiner Frauenärztin sprechen. Einen Tag später hatte ich einen Termin. Sie machte einen Ultraschall und gratulierte mir. „Wie geht es jetzt weiter?“ Ich war unter Schock und verstand nicht, was sie mir da gerade erzählen wollte.

Es war heftig, denn der Kindesvater war unzuverlässig, und ich hatte keine Ahnung, ob ich es meinen Eltern sagen soll. Mein Daddy ist einfach der Beste, aber dessen damalige zweite Frau ist alkoholabhängig. Ich lebte bei ihnen. Zu meiner Mutter und ihrem Partner habe ich seit Jahren keinen Kontakt mehr. Ich weihte einen guten Freund ein, der schneller als gedacht dafür sorgte, dass jeder (bis auf meine Eltern) wusste, was los ist. Über einen Messanger wurde ich dann von verschiedenen Personen gefragt, ob sie Patentante werden dürfen …

Damals dachte ich: „HALLO!? Ich habe gerade erst erfahren, dass ich schwanger bin. Mein Ex – ein Arschloch und meine Stiefmutter trinken. Wo soll ich hin? Wie soll ich meine Berufsfachschule beenden? Werde ich mit Kind eine Ausbildung finden und packen? Der Erzeuger ist ein Knasti gewesen!“ Ich fühlte mich einfach nur unverstanden und überrumpelt!!!

Zwei Tage später ruft mich meine Stiefmutter zu sich in die Küche. Mein Herz schlägt so schnell wie nie zuvor. Wusste sie, was Sache ist, ohne dass ich was gesagt hatte?“ Sie erzählte mir: „Biene ich habe geträumt, dass du schwanger bist, und ich muss dir sagen, dass ich nicht hinter dir stehen könnte.“ Seit diesem Satz stand meine Entscheidung fest. Ich hatte niemanden und konnte das meinem Kind nicht zumuten! Mein Baby darf nicht leben, denn hergeben kann ich es nicht. Es ist ganz allein meins!

Kurze Zeit später hatte ich erneut einen Termin. Wieder wurde eine Ultraschalluntersuchung gemacht. Auf dem Bild war bloß ein winziger Punkt zu sehen. Diesmal musste ich meine Entscheidung kundgeben. Es wurden die weiteren Wege besprochen. Eine „Freundin“ begleitete mich zur Krankenkasse. Sie hat selbst drei Kinder und bereits eine Abtreibung hinter sich.

In der Schule schauten mich alle so komisch an, dabei wusste keiner was davon. Eine der Schülerinnen war hochschwanger. Ihr Anblick machte mich fertig. Ich fing an zu weinen und ging vor die Tür. Mein Mathelehrer kam hinterher und sagte: „Sabine, du bist schwanger. Ich merke das, denn ich weiß, wie sich Mädels in deinem Alter in dieser Situation verhalten, meine Frau ist Gynäkologin“. Ich konnte nur nicken und ging nach Hause. Das war alles zu viel. Schon jetzt, wo mein Schatz in mir lebte.

In der Zwischenzeit lernte ich einen jungen Mann kennen, der mich so nahm, wie ich bin. Er wusste Bescheid und begleitete mich zu dem Termin bei Pro familia, wo uns eine Dame mittleren Alters empfing. Wir wurden in einen Raum begleitet, in dem ich nun alles erklärt bekommen sollte. Ich wurde nach den Umständen gefragt und äußerte meine Bedenken. Sie schaute meinen Freund an und fragte ihn, ob er sicher sei, dass ich das wirklich wolle. Er bestätigte dies natürlich. Diese Frau erklärte mir nicht einmal, welche Hilfen ich hätte bekommen können. Sie erzählte mir sofort, wie mein Kind abgesaugt wird (natürlich total verharmlost) und ließ mich die Papiere für den Abtreibungstermin unterschreiben. Somit war alles geklärt.

Am Freitag vor der Abtreibung bekam ich einen Anruf von der Mutter des Erzeugers. So weit hatte es sich also schon herumgesprochen. Sie versprach, keinem was davon zu sagen und verkündete, dass er wieder hinter „schwedischen Gardinen“ sitzt. Sie verabschiedete mich mit den Worten: „Ich wäre gerne Oma geworden, doch bei meinem Sohn kann ich verstehen, dass du dein Kind nicht austragen willst.“ Die Oma meines Kindes bestätigte mein Denken. Jetzt waren es nur noch drei Tage bis zu dem Termin der Abtreibung.

Am Samstag vor der Abtreibung bekam ich eine Blutung. Ob das der ganze Stress war?

Montagmorgen fuhren mein Freund und ich an den Ort, an dem mir mein Baby entfernt werden würde. Der Arzt rief mich auf, nachdem ich wieder Papiere unterschreiben musste. Er machte das letzte Ultraschallbild und meinte nur: „Es ist durch ihre Blutung eine absolute Risikoschwangerschaft und wahrscheinlich, dass Sie das Kind verlieren werden.“ Dann wurde ich in ein Zimmer gebracht, in dem ich mein Nachthemd anziehen musste. Sie holten mich und ich musste mich auf eine Liege legen. Meine Arme wurden fixiert und ich spürte, wie der Arzt mich im Intimbereich desinfizierte, während einer der anwesenden Frauen meinen Kopf streichelte. „Warum in Gottes Namen streichelt die meinen Kopf, bin ich ein Baby oder was?“ Ich erhielt eine Spritze und schlief sofort ein.

Als ich wieder wach wurde, rief man meinen Freund herbei. Ich umschloss ihn fest und fing an zu weinen. Nein, ich war nicht traurig, es war wie ein Stein, der auf meinem Herzen saß und mich bedrückte, und nun war er weg. Die Welt schien in Ordnung zu sein.

Auf der Toilette sah ich dann die Überreste der Desinfektion und die starke Blutung, die folgte. Ich hatte Schmerzen und wollte nur noch nach Hause. Dort legte ich mich ins Bett und behauptete, ich hätte Kopfschmerzen.

Am nächsten Tag ging ich trotz Krankschreibung zur Schule, damit keinem was auffällt. Alles war in Ordnung, und ich genoss mein Leben Tag für Tag.

Doch eines Tages fuhr ich mit meiner Klasse zur Ausstellung „Körperwelten“ . Dort kam  das böse Erwachen. Nun stand ich das erste Mal vor einem Glas, in dem ein Kind in der 7. Schwangerschaftswoche eingelegt war. Es hätte meins sein können. Es hatte zwar noch einen bohnenförmigen Kopf und Hautlappen zwischen den Fingern und Zehen, doch ich konnte alles sehen. Ich fing an zu weinen und wurde von meiner Klassenkameradin nach draußen gebracht. Es war zu viel, denn jetzt fing ich an zu realisieren, was ich getan hatte!!! Der zweite Schlag ließ nicht lange auf sich warten. Eine Freundin, die zehn Tage nach mir schwanger wurde, hatte ihr Kind bekommen.

Einige Zeit später begann ich meine Ausbildung zur Krankenschwester. Ich fing an zu forschen, wann ein Kind wie weit entwickelt ist. Mein Kind hatte schon einen Herzschlag, fing gerade an zu hören, und auch das Hirn arbeitete schon. Es musste nur noch wachsen! Warum zum Teufel haben die Gynäkologen (und es waren ja insgesamt drei!) mir nichts gesagt?! Ich hätte nie abgetrieben! Es hat gelebt, und nur mir war das nicht bewusst.

Vier Jahre später beschäftigte mich der Kinderwunsch so sehr, dass ich vorher alles geklärt haben wollte. Ich beantragte die Papiere meiner Abtreibung. Nein, die des Mordes an meinem Kind, dem ich zugestimmt hatte!

Meinem Kind schrieb ich in einem Kondolenzbuch eines Onlinegrabes, denn dort ist der einzige Ort, an dem ich mit meinem Kind offen sprechen kann und meine Worte nicht vergehen: „Hey Baby, gestern habe ich einen Brief erhalten, in dem steht, dass ich die Möglichkeit habe, alle Unterlagen von deiner ,Geburt‘ zu bekommen. Bin viel am Nachdenken, ob ich das wirklich tun sollte. Ich würde das erste mal nach 4 Jahren Bilder sehen, Bilder mit einem Punkt drauf. Ja, du warst der Punkt … Ich vermisse dich jeden Tag so unendlich doll! Oh Leonie, wenn ich dich zurückholen könnte, würde ich es tun. In Zukunft will deine Mama Sterbende begleiten und evtl. Beratung von Schwangeren lernen, die eine Abtreibung machen wollen … Sie hat es noch immer nicht verkraftet. Süße, bleib stark! Jetzt, wo ich weiß, wo ich dich finden kann, werde ich öfter mal reinschneien und Grüße dalassen … In ewiger LIEBE deine Mama.

Leonies Vater bekam eine Kopie von dem Grab ins Gefängnis geschickt, obwohl er mir vorher drohte, dass was passieren würde, wenn ich Leonie nicht behalte. Heute trauert er auf seine Art. Er meinte, ob es nicht Schicksal war und wir es noch einmal versuchen sollten. Doch das will ich nicht.

Irgendwann werde ich Mutter sein und mein zweites Kind wird einen Namen erhalten, der an meine Leonie erinnert. Sie gehört dazu, und ich werde sie nie wieder hergeben, denn in meinem Herzen wird sie für immer sein!

Es sind nun neun Jahre vergangen, und ich habe viel erlebt. Ich bin Krankenschwester und Hospizhelferin (Sterbebegleiterin). Der Freund, der uns damals zur Abtreibung fuhr, ist sehr jung verstorben und passt jetzt bestimmt auf meinen Engel auf. Sterbenden, die ich in der Ausbildung und auf der Krebsstation traf, verabschiedete ich mit den Worten: „Grüß meinen Engel, passe auf ihn auf. Sag ihr, dass ich sie liebe und nie vergesse. Erzähl ihr von meiner Reue und der Hoffnung, sie eines Tages in die Arme nehmen zu dürfen.“

Der Schmerz ist auch nach den vielen Jahren noch so intensiv, als sei es gestern gewesen. Ich habe keine Angst zu sterben, denn ich weiß, ich werde meine Tochter wiedersehen!

Meine Eltern wissen inzwischen davon, und mein Daddy und seine jetzige Frau leiden mit mir. Meine Mutter und ihr Freund machten mir Vorwürfe und fragten, warum ich mich nicht gemeldet hätte, sie hätten mir geholfen.

Ja, es ist wahr, ich habe die Einwilligung zur Ermordung meines Kindes gegeben, und ich kann es nicht widerrufen. Ich möchte … nein ich WILL mein Kind zurück!!! SOFORT!!!

Um mich herum kann keiner das empfinden, was ich empfinde, denn ich hatte keinen Spaß daran, ich habe meinen inneren Tod selbst bestimmt. Mit meiner Tochter habe ich auch einen Teil von mir ermorden lassen, und das nur, weil ich es gut meinte und nie ahnte, dass mein Leben ohne Leonie viel schwerer werden würde als mit ihr an meiner Seite.

Manchmal habe ich das Gefühl, dass sie bei mir ist, wenn es mir nicht gut geht. Manchmal singe ich für sie. In meiner Vitrine hat sie ihren Platz mit Spielzeug, Spieluhr und ihrem Bild. Auch ein unbeschrifteter Grabstein steht dort, der irgendwann ihren Namen und ihr Sterbedatum erhalten wird. Doch all das bringt sie nicht zurück.

Es ärgert mich, dass ich mich mit dem Thema nicht auseinandergesetzt habe, als ich in dieser Situation war.

Ich bin heute verheiratet und habe einen gesunden Jungen. Mein Ehemann versteht zwar nicht alles, aber steht hinter mir! Jetzt, wo das Personenstandgesetz geändert wird und auch Kinder unter 500 g eingetragen und bestattet werden dürfen (auch rückwirkend), werde ich alles tun, damit Leonie auch auf den Papieren mein erstes Kind wird! Unser Sohn Eric wird von Anfang an wissen, dass es Leonie gegeben hat und in Mamas Herz immer geben wird.

Meine Mutter hat ihren Freund geheiratet. Wir haben uns ausgesprochen und pflegen den Kontakt sehr! Heute sehe ich, dass ICH den Schritt hätte gehen müssen! Sie hätten mich NICHT ALLEIN gelassen und sind wundervolle Großeltern! Die Nichte meiner Oma wird dieses Jahr auch Mutter, und wenn es eine Tochter wird, soll sie Leonie heißen. Ich habe mich als Tante angeboten und hoffe, dass diese Leonie das Leben führen kann, das meine nie führen wird.

An alle, die dies gelesen haben:

Oft habe ich gedacht, dass ich Menschen um mich habe, die zu mir stehen. In 90 % der Fälle stand ich am Ende allein! Es schmerzt bis heute, wenn ich daran denke, dass es Realität ist! Alleine schafft man das nicht, denkt man. Aber könnte ich die Zeit zurück drehen, würde ich einen Menschen an meiner Seite haben, der immer zu mir stehen würde und ich zu ihm … MEINE TOCHTER!

Solltest du über dieses Thema sprechen wollen, melde dich gerne.
(Anmerkung: Dein Anliegen wird über die Online-Beraterinnen weitergeleitet.)

Interview mit Frau S. über ihre Erfahrungen in einer anerkannten Konfliktberatungsstelle

Lebenshelfer: Wie hast du das Beratungsgespräche bei …. erlebt?

Frau S.: Ich empfand das Beratungsgespräch sehr einseitig. Die Beraterin nahm meinen Konflikt und meine derzeitigen Probleme wahr und beriet mich ausschließlich hin zur Abtreibung. Das wollte ich so aber gar nicht. Ich bekam auch ohne Nachfragen den Schein. Auch das war nicht der Grund, warum ich die Beratungsstelle aufsuchte.

Lebenshelfer: Wurden dir Alternativen zur Abtreibung aufgezeigt? Wenn ja welche?

Frau S.: Nein. Welche Alternativen meinen Sie? Mir wurden keine Alternativen zur Abtreibung aufgezeigt.

Lebenshelfer: Welche konkreten Hilfsangebote unterbreitete man dir?

Frau S.: Mir wurden keine möglichen Hilfsangebote aufgezeigt, wie es auch mit Kind gehen kann. Dies passierte erst beim zweiten Termin, auf meine konkrete Nachfrage nach „Wellcome“ z. B. Dann nannte mir die Beraterin Kontakte und Ansprechpartner.

Lebenshelfer: Wie gut verstanden fühltest du dich von der Beraterin? Wodurch?

Frau S.: Ich war sehr ambivalent in meinem Schwangerschaftskonflikt, da ich schon zwei Kinder habe (1 und 3 Jahre) und mich in einer angespannten, emotionalen Situation befand. Die Beraterin hat mir sehr ans Herz gelegt, es doch bei der bisherigen Familiengröße zu belassen, da ich ja jetzt schon komplett ausgelastet sei mit den zwei Kindern. Da wäre es doch für alle besser, wenn ich mich zu einer Abtreibung entschließe.

Lebenshelfer: Wie ermutigt fühltest du dich von der Beraterin, es auch mit Kind schaffen zu können?

Frau: S. Die Beraterin hat mich überhaupt nicht ermutigt mein Kind zu bekommen. Da ich mich, als ich von meiner dritten Schwangerschaft erfuhr, in einer emotional angespannten Situation (leichte Depression bzw. Angststörung) befand, hat die Beraterin mir ausdrücklich zu einer Abtreibung geraten. Sie sagte wörtlich „Wenn Sie in Ihrer Vorgeschichte bereits psychisch labil waren/sind, kann durch die Hormonumstellung in der Schwangerschaft eine psychische Krankheit richtig ausbrechen. Da wäre doch eine Abtreibung für alle Beteiligten besser. Und auch für das Kind wäre es besser, nicht auf der Welt zu sein, als wenn Sie dann einen psychischen Zusammenbruch bekämen.“ Dass eine Abtreibung eben genau so einen psychischen Zusammenbruch nach sich ziehen kann, davon hat sie kein Wort gesagt.

Lebenshelfer: Inwieweit wurdest du über den Entwicklungsstand deines Kindes aufgeklärt?

Frau S.: Darüber hat die Beraterin nicht gesprochen.

Lebenshelfer: Inwieweit ging die Beraterin auf mögliche körperliche und psychische Folgen einer Abtreibung für dich ein?

Frau S.: Über Folgen einer Abtreibung hat die Beraterin mich nicht informiert. Ich fragte die Beraterin „Wie soll es mir denn gehen, wenn der Geburtsmonat meines Baby’s ist?“ Darauf antwortete sie mir „Vielen Frauen macht das nichts aus und sie verkraften es gut.“ Für sie stand nur fest: Psychisch erkrankte Schwangere = Abtreibung. Dass sich diese Symptomatik durch eine Abtreibung noch verschlimmern könnte, dazu sagte sie kein Wort. Sie stellte eine Abtreibung als ideale Lösung für psychisch erkrankte Frauen dar. „Dann wäre alles einfacher.“

Lebenshelfer: Wurden die Methoden einer Abtreibung erklärt? Wie umfangreich hast du die Information hierüber empfunden?

Frau S.: Nach meiner direkten Frage, wie denn nun die Abtreibung erfolgen würde, hat sie mir mitgeteilt, dass in meinem Fall wohl die Absaugmethode angewendet werden würde. Ich war komplett geschockt darüber, dass hier das Kind zerstückelt wird. Auf meine geschockte Nachfrage: „Wird mein Kind dann tatsächlich zerstückelt?“, sagte die Beraterin nur: „Ja.“ Ich hatte den Eindruck, sie wollte über diese Frage nicht sprechen.

Lebenshelfer: Wie gut hast du dich im Anschluss an das Gespräch ermutigt gefühlt?

Frau S.: Ich hatte auf meinen Wunsch noch ein zweites Beratungsgespräch, da ich nach meinem ersten Gespräch immer noch sehr ambivalent war. Aber auch dieses hat mir nicht wirklich geholfen, da alle Fragen hin zum Kind nur von mir ausgingen.

Lebenshelfer: Wie lange hat das Gespräch gedauert?

Frau S.: Ich hatte zwei Gespräche mit einer gesamten Gesprächsdauer von ca. 2,5 Stunden.

Lebenshelfer: Was hättest du dir noch mehr gewünscht?

Frau S.: Ich hätte mir gewünscht, dass ich ernst genommen werde. Das bedeutet für mich, dass alle Fakten transparent dargestellt und nicht beschönigt werden. Z. B. sprach die Beraterin ausschließlich von einer „Schwangerschaftsunterbrechung“. Wenn es die Möglichkeit geben würde, die bereits bestehende Schwangerschaft zu unterbrechen und zu einem späteren, mir günstiger erscheinenden Zeitpunkt fortzusetzen, hätte ich dies gern getan. Aber jeder weiß, dass dies nicht möglich ist. Daher machte es mich eher wütend, wenn sie immer von Unterbrechung redete. Ich wäre gern umfassend aufgeklärt worden, um von beiden Seiten ein gutes Bild zu haben. Diese Beraterin schien in meinem Fall nur auf Abtreibung ausgerichtet zu sein. Sie hat nur auf mein explizites Nachhaken Fragen beantwortet, wie es auch mit Kind gehen könnte. Sie sprach ausschließlich von Abtreibung. Alle anderen Fragen/Themen wurden nur von mir ins Gespräch gebracht.

Lebenshelfer: Wie geht es dir jetzt mit deiner Entscheidung?

Frau S.: Ich bin heil froh und total dankbar, dass ich mein Kind bekommen habe und mich nicht in dieser geschockten Situation zu so einer lebensverändernden Entscheidung drängen lassen habe. Ich bin so froh, dass sich in mir nach dem ersten Gespräch ein Trotz gemeldet hat, der mich nach weiterer Hilfe fragen lassen hat. Ich habe meine Pastorin angerufen und um einen schnellen Termin gebeten, weil ich Hilfe brauchte. Dieses intensive Gespräch hat mich ermutigt weiterzugehen und einen neuen positiven Blick auf das Baby, das in mir wächst, zu bekommen. Ich habe Zuversicht gewonnen, dass es möglich ist, es zu schaffen. Ich wusste aber auch, dass mein Mann voll hinter mir steht. Mein Sohn ist ein Geschenk, ein Wunder, und ich musste nach der Geburt erst einmal weinen, über meine Gedanken, die ich hatte, dieses Wunder zu verhindern. Er ist ein Geschenk! Ich bin erleichtert. Ich hatte das Gefühl, vor einer großen Klippe zu stehen und zu überlegen: „Springe ich runter oder nicht?“ Aber ich bin umgekehrt.

Lebenshelfer: Was kannst du anderen Frauen mitgeben?

Frau S.: Ich möchte andere Frauen ermutigen, sich für ihr Kind zu entscheiden. Ich bin bei weitem nicht immer eine gute Mutter. Aber wir wachsen jeden Tag mit unseren Kindern und unseren Aufgaben. Das ist es wert! Mein Wunsch ist, viele Frauen ermutigen zu können, dass sie vor dieser Klippe auch umkehren.

Dieses Interview stellt beispielhaft dar, wie unzureichend viele Beratungsgespräche in deutschen Konfliktberatungsstellen empfunden werden. Wichtig ist hierbei, dass kein Beratungsgespräch dem anderen gleicht. Wie immer, gibt es auch in diesem Bereich hilfreiche und weniger hilfreiche Beratungen. Daher soll dieses Interview nicht als Pauschalurteil oder als Bewertung einer Beratungsstelle verstanden werden. Leider wird jedoch immer wieder von einseitig empfundenen Gesprächen berichtet, sodass wir euch empfehlen, in einer solch hoch emotionalen Situation bei Bedarf immer eine zweite Meinung einzuholen.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=AQlIoQyZcnU