Abbruchmethoden

Ein Schwangerschaftsabbruch kann mit verschiedenen Methoden vorgenommen werden. Allen vorausgesetzt ist, dass die Schwangere den Abbruch selbst verlangt und sie sich vorher bei einer anerkannten Schwangerschaftskonfliktberatungsstelle beraten lassen hat. Dort erhält sie den sog. Beratungsschein. Zwischen der Beratung und dem Eingriff müssen mindestens drei Tage liegen.  Der Abbruch muss von einer Ärztin / einem Arzt vorgenommen werden. Dieser darf im Vorfeld nicht die Konfliktberatung durchgeführt haben.

Die Absaugmethode (Vakuumaspiration) ist die in Deutschland gängigste Form der Abtreibung. In Deutschland werden ca. 60 % aller Abbrüche bis zur 12. SSW mit dieser Methode durchgeführt. Der Gebärmutterhals wird mit Kugelzangen gefasst und die Öffnung des Muttermundes mit Metallstiften so erweitert, dass das Absauginstrument vordringen kann und der Kopf des Kindes hindurchpasst. Jetzt wird der Absaugmechanismus eingestellt: Der Körper des Kindes wird durch den starken Druck zerrissen und abgesaugt, ebenso wie das Fruchtwasser, die Plazenta und die Schleimhaut der Gebärmutter. Je nachdem, zu welchem Zeitpunkt der Abbruch stattfindet, hat das Kind eine Größe von bis zu 8 cm. Per Ultraschall wird anschließend kontrolliert, ob Gewebereste zurückgeblieben sind. In diesem Fall muss die Absaugung entweder wiederholt oder eine Curettage (s.u.) durchgeführt werden, da ansonsten eine Entzündung der inneren Geschlechtsorgane droht.

  • Absaugmethode Abtreibung-1
  • Absaugmethode Abtreibung-2

Die Ausschabung wird heutzutage nicht mehr allzu häufig als alleinige Abtreibungsmethode eingesetzt, da die Verletzungsgefahr für die Mutter größer ist. Das Vorgehen bei der Ausschabung beginnt ähnlich wie bei der Absaugung: Ist der Gebärmutterhals ausreichend geweitet, wird zunächst die Fruchtblase geöffnet, sodass das Fruchtwasser abläuft. Anschließend werden die Eihäute, das Mutterkuchengewebe und das Kind aus der Gebärmutterhöhle geschabt. Abhängig von der Größe wird das Kind bei diesem Vorgang zerteilt. Derzeit kommen Curettagen vor allem dann zum Einsatz, wenn nach einer anderen Abbruchmethode noch Reste des Kindes oder sonstige Gewebereste aus der Gebärmutter entfernt werden müssen.

In Deutschland werden etwa 20 % der Abbrüche mit Hilfe der Abtreibungspille „Mifegyne®“ vorgenommen. Sie darf bis zum 63. Tag (9. Woche) nach Beginn der letzten Regelblutung eingenommen werden. Mifegyne® (auch RU-486, Wirkstoff: Mifepriston) blockiert die Wirkung des die Schwangerschaft erhaltenden Gelbkörperhormons Progesteron. Dies hat zur Folge, dass das ungeborene Kind aus der Gebärmutter herausgelöst wird und innerhalb von 36 bis 48 Stunden stirbt. Etwa zwei Tage später nimmt die Frau eine weitere Tablette (Misoprostol) ein, die bewirkt, dass sich die Gebärmutter zusammenzieht und sich der Gebärmutterhals öffnet. Das Kind sowie das übrige Gewebe werden auf diese Weise ausgestoßen, und es kommt zu Blutungen, die teilweise sehr stark sein können. Auch hier muss u. U. eine Ausschabung angeschlossen werden, wenn Gewebereste verblieben sind. Der Abbruch zieht sich über mehrere Tage hin, die Frau muss diesen Prozess idR allein bzw. mit Hilfe ihres sozialen Umfelds bewältigen.

1. Prostaglandin-Methode

Bei einer Abtreibung ab der 13. Schwangerschaftswoche muss die Mutter ihr Kind bei vollem Bewusstsein ausstoßen. Die Frau wird stationär aufgenommen. Sie erhält Prostaglandine (Hormone, die Wehen auslösen), damit das Kind verstirbt. Dieser Vorgang kann sich über mehrere Tage hinziehen, bis die Mutter das tote Kind auf normalem Geburtsweg ausstößt. Da die Mutter mitwirken muss, ist eine Vollnarkose ausgeschlossen. Je nach Alter des Kindes kann es vorkommen, dass es die Abtreibung überlebt.  

2. Kaliumchlorid-Methode

Spätestens, wenn das Kind auch außerhalb des Körpers der Mutter lebensfähig wäre (meist jenseits der 23. Woche), bleibt deshalb häufig nur der sog. Fetozid. Hierbei wird das Kind im Mutterleib getötet: Direkt in das Herz des Kindes wird Kaliumchlorid, eine giftige Substanz, injiziert. Durch dieses Mittel hört das Herz sofort auf zu schlagen. Im Anschluss daran muss es tot geboren werden.

Quellen